Erste Etappe: Oberstdorf - Madau

Unsere erste Nacht verbringen wir in Oberstdorf, unsere Nervosität steigt fast minütlich. Was einen genau erwartet, weiß man dann doch nicht. Werden wir alles so durchhalten, wie geplant? In dieser Nacht schlafen wir nicht besonders gut …

Am nächsten Morgen geht es nach einem kräftigen Frühstück mit der Bergsteigerlinie zur Spielmannsau. Von dort laufen wir mit leichter Verzögerung, bis der größere Teil der Wanderer weg ist, zur Kemptner Hütte los. Ein wirklich toller Weg! Über schöne Pfade, durch Feuchtpflanzen, über Flüsse und unter Wasserfällen durch. Nun wird man sich auch des Gewichts vom Rucksack bewusst. Für eine Strecke, die mit normalem Wandergepäck nicht mal 2 Stunden dauert, brauchen wir fast 3 … an der Hütte genehmigen wir uns erstmal ein alkoholfreies Weizen. Verdient, wie wir finden!

Danach folgt ein kleiner Aufstieg über die faszinierende Wiesenlandschaft rund um die Kemptner Hütte zum Mädelejoch. Ein unglaublicher Blick auf den großen Krottenkopf, den Kratzer und die Lechtaler Alpen lassen den Atem stocken. Hier ist genau der Grenzübergang nach Österreich. Noch ein kurzes Foto am Grenzstein und schon machen wir uns an den Abstieg. Nach einer Weile setzt der Hunger ein, und wir machen eine kleine Pause. Hier fällt uns auch zum ersten Mal auf, wie alleine wir tatsächlich sind. Wenn man über den E5 liest, erfährt man immer wieder wie beliebt dieser Weg sein muss und dass man praktisch immer in Gruppen unterwegs ist. Da wir aber gegen den Strom laufen, haben wir größtenteils unsere Ruhe. Das wird auch meist so bleiben.

Ein eher lockerer Abstieg ins Lechtal, immer mit dem Rauschen des Baches im Ohr, erwartet uns. Am Ende kann man sich noch entscheiden – die längste Fußgänger-Hängebrücke der Alpen oder lieber den Simms-Wasserfall? Wir entscheiden uns für den Wasserfall, der wirklich beeindruckend ist. In Holzgau kommen wir an und sind erstmal kurz planlos ... wo ist dieser Wanderbus? Wir treffen noch zwei weitere „E5-ler“, die sich gerade ein Taxi bestellt haben und schließen uns an. 15 € pro Person scheint zwar happig, aber dann fahren wir fast noch eine Stunde Auto nach Madau und sind gottfroh, es nicht mehr laufen zu müssen.

Für den ersten Tag war das genau richtig! Kein Muskelkater, aber eine tiefe Müdigkeit. Den Sonnenuntergang genießen wir im Liegestuhl ... und dann geht es, mit dem Rauschen des Wildbachs im Ohr, ins Bett. Das war toll. Und die Vorfreude auf die nächsten Tage steigt.

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