Achte Etappe: Kirchsteiger Alm - Bozen

Unsere letzte Etappe: Mit den ersten Sonnenstrahlen geht es zum Frühstück. Wir merken die ersten Blessuren des gestrigen Tages. Aber wir sind stolz, es geschafft zu haben und auch erleichtert, dass es heute auf die letzte Etappe geht. Es liegen 6 – 7 Stunden moderater Marsch vor uns und am Ende unser Ziel: Bozen. Oder auf Italienisch: Bolzano.

Schade ist es auch, denn wir müssen uns heute von den hohen Bergen verabschieden! Nach den letzten fast unglaublichen Eindrücken, kann man das noch nicht fassen ...

Auf den ersten Schritten wird uns erst bewusst, in welch atemberaubender Landschaft wir uns befinden: Plattinger, Kuhleite und Ifinger bilden ein tolles Panorama, auf der anderen Seite erahnt man die Dolomiten. Über wirklich schöne und idyllische Kuh- und Pferdeweiden geht es bei perfektem Wetter los. Das Kreuzjöchl ist unser erster Stopp, dann über das Kreuzjoch und weiter zu den „*Stoanernen Mandln*“. Auf dem Berg, mit übrigens überwältigender Aussicht, stehen lauter geschichtete Steinmännchen - manche bis zu zwei Meter hoch! Warum sie dort stehen, konnte uns keiner erklären. Nur, dass es eine sagenumwobene Gegend ist und diese Steinmännchen schon seit Jahrhunderten hier gebaut werden.

Wir laufen weiter, über eine grüne Weide mit Haflingern, Kühen und Schafen und kommen beim „Möltner Kaser“ an. Eine urige Berghütte, bei der wir auch gleich einkehren. Dieser Tag ist einfach gut.

Nach Kaiserschmarrn und Bratkartoffeln mit Spiegelei geht es gestärkt weiter gen Bozen. Weiterhin über Wiesen, durch Kuhherden, auf und ab, mit dem Rosengarten der Dolomiten im Blick.
Der Tschögglberg zieht sich dann aber doch noch etwas hin, da es durch einen riesigen Park geht, gefühlt endlos. Auch die süßen, aber gruseligen Märchengeschichten am Wegesrand können nicht darüber hinweg täuschen.

In Jenesien entscheiden wir uns dann, mit dem Bus nach Bozen hinunter zu fahren. Es gibt auch eine Gondel, aber diese kostet mehr, und man muss dann noch durch die Stadt laufen, um zum Hotel zu kommen. Auf der Fahrt hinunter ins Tal sind wir wirklich sprachlos: So schön hatten wir es uns gar nicht vorgestellt! Weinberge so weit das Auge reicht, riesige Steilhänge um die Stadt herum und dann noch das perfekte Wetter ... Als wir aus dem Bus aussteigen, fühlen wir uns zum ersten Mal auf diesem Trip etwas "underdressed"... wir sind in Italien! Also ab ins Hotel, duschen, umziehen und dann ganz dringend etwas essen.

Bozen ist wirklich eine tolle Stadt. Sehr italienisch, die Altstadt ist wunderschön und die Industrieregionen sieht man als Fußgänger in zwei Tagen sowieso nicht. Und wir können getrost sagen: In Bozen gibt es wahrlich das beste Eis Italiens!

Unser Fazit

Auf der Zugfahrt zurück in die Heimat, lassen wir alles noch einmal Revue passieren: Unglaublich. Grandios. Wahnsinn. Fantastisch. Es gibt viele Worte, die Schönes beschreiben können. Und doch kommt keines an diese Erfahrung der Alpenüberquerung auf dem Fernwanderweg E5 heran! Von diesem Urlaub werden wir noch lange zehren. Denn es gibt nichts Schöneres, als in den Bergen unterwegs zu sein :)

Marilyn mit Mama, Sommer 2015
Unsere E5 Alpenüberquererinnen

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