Sechste Etappe: Moos - Pfandler Alm

Dieser Tag wird wieder etwas entspannter und verläuft anders als die bisherigen Tage - nämlich erst runter, um am Schluss aufzusteigen. Mit einem besonderen Etappenziel vor Augen: Die Pfandler Alm. Zum ersten Mal auf dieser Tour ein Schlaflager, sogar mit historischem Hintergrund.

Unsere Wirtin gibt uns den Tipp, die erst neu gerichtete Passerschlucht zu durchlaufen, um nach St. Leonhard ins Passeiertal zu kommen. Eine tolle Empfehlung!

Nach dem reichhaltigen Frühstück machen wir uns an einem wolkenlosen, sonnigen Tag auf den Weg. Hoch über einer beeindruckenden Schlucht, in der das Wasser den Fels quasi rund gewaschen hat, laufen wir mal rechts mal links, hoch und runter. Wunderschön und angenehm gemütlich. In St. Leonhard angekommen, sind wir dann ganz kurz ratlos, weil die Wegbeschreibung etwas schwammig ist. Doch dann geht es durch den idyllischen Ort langsam, aber sicher Richtung Ziel. Immer auf den Spuren von Andreas Hofer, dem bekannten Südtiroler Freiheitskämpfer.

Zur Pfandler Alm geht es dann nochmal richtig steil hinauf. Auf den Wiesen spürt man die Mittagshitze und kurz vor der Alm, scheint der Weg immer länger zu werden. Aber dann haben wir auch die sechste Etappe gemeistert und merken nach dem alkoholfreien Weizen, dass wir eigentlich noch weiter laufen könnten ... wir entscheiden uns trotzdem hier zu bleiben und beziehen unser Nachtlager.
Nur 20 Betten hat die Alm insgesamt, unser Schlafraum 8. Wir freuen uns, uns mit anderen Wanderern über das Erlebte auszutauschen und finden viele Gleichgesinnte. Zeit zum Trocknen der Klamotten, Lesen und genießen des Sonnenuntergangs bleibt auch noch.

Und am Abend erwartet uns ein beeindruckendes Schauspiel. Direkt an der Alm befindet sich ein Rotwildgehege. Und plötzlich kommen Hirsche und Rehe aus dem Wald heraus. Wir begreifen später warum: Es ist Fütterungszeit! So nah waren wir einem Hirsch noch nie, wirklich magisch!

Nach einem leckeren Abendessen - wir lassen uns noch ein Vesper für den nächsten Morgen richten - geht es ins Nachtlager. Es wird schnell dunkel und draußen tobt ein Gewitter. Die Nervosität vor dem „Monstertag“ morgen steigt…

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