Vierte Etappe: Wenns - Zwieselstein

5 Sterne für die Lebensfreude

Früh morgens schon laufen wir heute zum Bus und hinein bis ans Ende des Pitztals, immer an der namensgebenden Pitze entlang. Hier ist sie noch ganz friedlich. Doch schon nach den ersten Metern, die wir zu Fuß starten, merken wir, welche Wassermassen da von oben kommen.

In den letzten Tagen hatte es etwas geregnet. Aber was den Fluss wirklich so reißend macht, ist die Temperatur. Der heiße Sommer lässt die Gletscher extrem schmelzen und macht aus harmlosem Gurgeln lautes Getöse. Es geht heute zur Braunschweiger Hütte hoch, auf über 2700 m und weiter auf 3000 m zum Pitztaler Jöchl – das Höchste, was ich bis dato je erstiegen habe!

Es ist kein harmloser Anstieg - es gibt leichte Klettersteige und man muss viel steigen. Wir merken mal wieder das Gewicht des Rucksacks … Über seltsame Stufenformationen an Geröllfeldern geht es nach oben, vorbei am brausenden Wasserfall. Und dann öffnet sich der Blick auf den Gletscher und die Wildspitze - mit 3770 m der zweithöchste Berg Österreichs. Ein beeindruckendes Panorama!

Nach etwa drei Stunden erreichen wir die Braunschweiger Hütte. Wir begegnen vielen Wanderer hier oben, die Hütte ist komplett ausgebucht. Zum ersten Mal befinden wir uns in der „E5-Stoßzeit“. Nach einer kurzen Pause mit Blick auf die Gletscher, geht es weiter über das Pitztaler Jöchl. Ein schöner Aufstieg, der sich allein schon wegen des unglaublichen Panoramas lohnt! Wir klettern noch ein Stück hoch, um die 3000er Marke zu knacken ... und können die Aussicht zurück ins Pitztal und zum Kaunergrat kaum begreifen.

Doch ein Schock für uns ist dann der Blick ins Ötztal. Beim Anblick dieses maschinell optimierten Gletschergebietes und den breiten Teerstraßen bis oben hin sowie riesen Parkplätzen zwischendrin, kommt man auch als hartgesottener Wintersportfan ins Grübeln …
Wir sind also froh, so schnell wie möglich aus diesem Gebiet raus zu sein und freuen uns, schließlich in unserer Pension in Zwieselstein, gleich neben Sölden, anzukommen. Auch hier wiegt uns das Rauschen des Flusses in den Schlaf.

In Zwieselstein verbringen wir unseren Ruhetag. Wir genießen zwar die Entspannung im Thermalbad und in der Sauna, sind aber abends froh, dass es bald wieder ans Wandern geht. Den Rucksack haben wir schon richtig vermisst!

Arrtop3